Neben dem Beruf studieren? – Gerade auch als Familienvater!

10. April, 2021 Allgemeines

Ingo Pautmeier (Bild links) und Muso Severi (Bild rechts) arbeiten beide in der Fertigung von FMD Möbel. Der eine, Anfang 30 und seit bald über 10 Jahren im Betrieb und der andere Anfang 40 und Familienvater. Ein Studium war lange Zeit überhaupt kein Thema. Warum beide nun stolze Studierende sind und was FMD als Arbeitgeber damit zu tun hat, erläutern sie im Interview.

Wie ist euer beruflicher Hintergrund?

Pautmeier: Ich werde ab Mai 2021 seit 10 Jahren bei FMD angestellt sein. Den Betrieb kenne ich daher ganz gut und habe in fast allen Bereichen der Fertigung gearbeitet. Von der Arbeit in der Maschinenstraße bis zum Fahren des Gabelstaplers.

Severi: Ich bin gelernter Holzmechaniker und habe in anderen Unternehmen bereits viele Erfahrungen in der Produktion gesammelt. Bei FMD bin ich seit Oktober 2020.

Wie seid ihr zum Studium gekommen?

Pautmeier: Vera Horstmann (Geschäftsführerin FMD, Anm. Red.) kann Euphorie entfachen. Sie hatte die Idee, glaubt an mich und unterstützt mich. Das Vertrauen will ich zurückzahlen. Grundsätzlich will ich auch mehr in der Firma bewegen können und ich will positive Entwicklungen anstoßen. Es geht um mehr „Sehen“ durch mehr „Wissen“. Mir liegt die Firma am Herzen und es ist mir wichtig, dass die Unternehmenswentwicklung so positiv weitergeht. Außerdem bin ich ein neugieriger Typ.

Severi: Ich will mich weiterentwickeln. Einfach mit dem Lernen aufhören wäre mir mit Anfang 40 zu früh.

Was macht das Studium mit euch?

Pautmeier: Es war schwer wieder in das Lernen hineinzukommen. Ich habe einfach auch gemerkt, dass ich viel Unterstützung erfahren habe. Das hat mir gefallen. Außerdem gibt es im Netz viele Informationsmöglichkeiten. Das erleichtert die Sache.

Severi: Ich bin ganz konkret zum Vorbild für meine Kinder geworden. Abends, nach der Arbeit, lerne ich bspw. vor Prüfungen. Das bekommen meine Kinder mit und finden das gut. Sie haben jetzt ein schlechtes Gewissen, wenn Abends der Fernseher läuft und Papa nebenan für die Vorlesungen übt. Mittlerweile lernen sie in der Zeit für die Schule.

Was ist euer Rat an Menschen, die nicht wissen, ob ein Studium für sie passt?

Severi: Einfach machen! Natürlich auch im Vorfeld alles mit der Familie abstimmen.  Sein Wissen zu erweitern ist gut. Nach der Schule mit dem Lernen einfach aufzuhören ist schade. Damit sollte man sich nicht zufrieden geben.

Pautmeier: Die eigenen Bedenken mit den Vorgesetzten abklären und mit ihnen seine Wünsche und Ziele besprechen. Klären was passiert, wenn man es vielleicht doch nicht schafft. Schauen, ob es der Vorgesetzte unterstützt. Man kann erst hinterher sagen, wie es ist. Aber man muss sich selbst motivieren. „Abbrechen“ sollte man eh aus dem Kopf streichen. Wenn du es nicht ausprobierst, wirst du dein Leben lang die Ungewissheit haben, ob es gepasst hätte oder nicht. Deswegen sollte man einfach auch mal mutig sein.

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Prof. Dr. Christina Hoon führt seit September 2015 den Stiftungslehrstuhl für BWL, insb. Führung von Familienunternehmen an der Uni Bielefeld. Wie viele andere, bekannte Familienunternehmen in OWL auch, unterstützt die HorstmannGroup den Lehrstuhl, um die Region und die Managementforschung zu unterstützen. Frau Prof. Dr. Hoon ist Mitglied des Beirates der Jürgen Horstmann Akademie und beschäftigt sich mitunter zur Bedeutung „guter“ Führung. Ihre aktuelle Studie wurde von vielen Medien und überregionalen Zeitungen aufgegriffen.

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